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Das Donau-Aach-System

Tief unter dem Hegau verbirgt sich ein gigantisches Rätsel: Die unsichtbare Verbindung von Donau und Rhein.

Unter unseren Füßen fließt ein unsichtbarer Strom. Die Schwarze Donau hütet ein labyrinthartiges Reich in ewiger Finsternis – und wir haben gerade erst begonnen, seine Pforten zu öffnen.

Der große Raubzug der Natur

Die Donauversickerung ist nicht nur ein lokales Schauspiel, sondern einer der faszinierendsten geologischen Naturkrimis Europas. Hier verliert die Donau einen massiven Teil ihres Wassers (oft für etwa sechs Monate im Jahr sogar all ihr Wasser!) an den tiefen Karst des Weißen Jura. Wasser, das eigentlich dem Schwarzen Meer zustrebt, wird quasi "gekapert" und bahnt sich unterirdisch seinen Weg in Richtung Rhein und Nordsee.

Das schlafende Monster:
Nach einer mysteriösen Reise durch den Berg tritt das Wasser im Aachtopf wieder ans Licht. Wenn das System bei Hochwasser erwacht, schießt ein reißender Fluss aus der Tiefe – mit bis zu 24.000 Litern pro Sekunde und einer durchschnittlichen Schüttung von über 8.000 Litern pro Sekunde ist der Aachtopf die schüttungsreichste Karstquelle Deutschlands.

Für lange Zeit war der Weg dieses Wassers ein Mysterium. Während die ersten erfolgreichen Markierungsversuche noch offizieller Natur im Rahmen von Gerichtsprozessen waren, konnte das gigantische, unterirdische Einzugsgebiet erst durch jahrzehntelange ehrenamtliche Pionierarbeit und umfangreiche Messreihen nachgewiesen werden. Die Luftlinie von der Donauversickerung zur Quelle beträgt minimal 12 Kilometer. Das Wasser fließt diese Strecke in nur 30 bis 80 Stunden auf bisher großteils unbekannten Wegen durch den Karst. Diese kurze Zeit und die schwankende Quelltemperatur sind Beweise für große wasserführende Hauptgänge tief im Fels.

Karte der Markierungsversuche im Donau-Aach-System Hydrogeologisches Einzugsgebiet der Schwarzen Donau

Ein Blick in die Tiefe: Terra Incognita

Geologisches Profil und Querschnitt der Aachhöhle Geologischer Querschnitt des bekannten Systems
Donau Versickerung Doline Doline Aachtopf Tone / Mergel (wasserdicht) Massenkalk Wasserhöhle Unentdeckte Hohlräume Das Modell: Warten auf Entdeckung

Geologie der Ungewissheit

Über Jahrtausende haben Korrosion und die schiere Gewalt des Wassers im massiven Schichtenkalk des Malm (Weißer Jura) ein System geschaffen, dessen wahre Ausmaße sich bislang nur erahnen lassen. Irgendwo dort unten, eingeklemmt zwischen der versinkenden Donau und der Quelle im Aachtopf, schlummern gewaltige, noch völlig unentdeckte Hohlräume.

Riesige trockene Hallen, kristallbehangene Tropfsteingrotten oder wasserfallartige Schächte – die Geologie lässt alles zu. Diese weißen Flecken auf der Landkarte des Untergrunds zu finden, ist der große Antrieb der gemeinsamen Vereinsarbeit.

Ein kleiner Vorgeschmack ist die große Seenhalle, die sich für Taucher direkt hinter dem Aachtopf öffnet. Der massive Dolinen-Versturz, der ein Stück flussaufwärts in der Höhle den Weiterweg blockiert, war letztlich der Auslöser für den Bau des großen Forschungsschachts in der Schachtdoline.

Foto der großen Seenhalle in der Aachhöhle Die große Seenhalle direkt hinter dem Aachtopf. ✨ KI-optimiert

Der Drang, gemeinsam dorthin zu gehen, wo noch nie ein Mensch zuvor war...